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10.12.24

Futterumstellung-Erbrechen-Durchfall

Durchfall oder Erbrechen nach Umstellung des Hundefutters auf Trockenbarf?

1. Durchfall nach Futterumstellung beim Hund - war Umstellung falsche Entscheidung?

Reagiert der Hund nach der Umstellung auf TrockenBarf mit Durchfall, besteht zunächst kein Grund zur Sorge. Besonders dann nicht, wenn der Hund vorher industriell produziertes Futter oder Trockenfutter bekommen und auch vertragen hat. Denn die Umstellung auf die Ernährungs-Philosophie des Barfens ändert beim Hund sehr viel mehr, als man zunächst denkt. Daher haben Hunde, die bereits an Barf-Hundefutter gewöhnt sind, in der Regel keinerlei Probleme mit Trockenbarf Futter.

Grund für einen möglichen Durchfall oder anderweitige Veränderungen des Kotabsatzes beim Hund sind die unterschiedlichen Anforderungen an den kompletten Verdauungstrakt des Hundes. Fertigfutter, insbesondere industrielle Trockenfutter, haben in vielen Fällen einen hohen Füllstoffanteil und Getreidegehalt, was für Sättigung sorgt und die Energiegewinnung aus Kohlehydraten als primäre Versorgung nutzt. Eine artgerechte und wesentlich gesündere Ernährung des Hundes kann aber nur mit einer eiweiß- und ballaststoffreichen Ernährung realisiert werden, bei der die Energiegewinnung aus Fett (Lipide) genutzt wird. Fett hat den höchsten Brennwert und liefert mit ca. 9 kcal (37 kJ ) pro Gramm etwa doppelt so viel Energie wie Proteine oder Kohlenhydrate. Diese Ernährungsmethode belastet den Organismus des Hundes am geringsten und sie ist artgerecht.

Die Verdauung stellt sich langfristig auf die Art der Energiegewinnung ein. Die Umstellung braucht Zeit.

Daher ist es völlig normal, dass sich Quantität und Qualität des Kotabsatzes beim Hund ändern und kurzfristig auch unerfreulich werden kann. Die Umstellung von Fertigfutter zu Barf dauert etwa 7 Tage bis 4 Wochen. Leichter Durchfall ist in dieser Zeit normal. Ein Tierarzt sollte konsultiert werden, wenn der Durchfall längere Zeit anhält, da dann die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es sich um eine Futtermittelunverträglichkeit oder Allergie beim Vierbeiner handelt.

2. Der Hund erbricht das Futter - das kann doch nur am Futter liegen, oder?

Hunde können, besonders wenn sie vorher noch nie gebarft wurden, nach Futterumstellung auf Trockenbarf zu Beginn mit Erbrechen reagieren. Dies hängt in den meisten Fällen damit zusammen, das der Organismus des Hundes sich erst einmal an das völlig neue Futterkonzept gewöhnen muss. Sowohl Durchfall als auch Erbrechen können eine natürliche Reaktionen des Hundes auf die neue Nahrung sein.

Auch können langes Hungern, ein zu schnelles Fressen (Schlingen) oder eine Überfütterung Gründe für das Erbrechen sein. Hier sollte gut beobachtet und differenziert werden. Lass dem Hund ein paar Tage Zeit, sich wieder an eine artgerechte und langfristig gesunde Ernährungsweise zu gewöhnen.

Hält das Erbrechen für mehrere Wochen an, ist die Tierarztpraxis aufzusuchen. Eine Futtermittelunverträglichkeit oder eine Allergie können Auslöser für Erbrechen sein. Eine Ausschlussdiät kann Abhilfe leisten, wenn du dir unsicher bist, welche Komponenten der Barf Mahlzeit dein Hund nicht verträgt.

3. Warum sich die Umstellung auf eine artgerechte Ernährung des Hundes lohnt

Langfristig passt sich der Organismus sowohl metabolisch als auch im Hinblick auf die Verdauungsphysiologie an die vorherrschenden Nährstoffquellen an, die ihm regelmäßig zugeführt werden. Das bedeutet, dass ein Körper, der über lange Zeit vorrangig durch leicht verfügbare Kohlenhydrate wie Zucker und Getreide (Stärke) mit Energie versorgt wird, bestimmte Enzym- und Hormonmuster herausbildet, um diese Nährstoffe effizient zu verarbeiten. Stellt man die Ernährung dann plötzlich oder schrittweise auf eine ballaststoffreiche, proteinbetonte und eher fettdominierte Energiezufuhr um, läuft im Körper ein komplexer Anpassungsprozess ab, der sowohl kurzfristige als auch langfristige Auswirkungen hat.

Ausgangssituation bei überwiegend kohlenhydratreichem Hundefutter:


Stoffwechsel- und Hormonumstellung: Bei einer Ernährung mit hohem Anteil an Getreide und Zucker steigt der Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten recht schnell an. Die Bauchspeicheldrüse schüttet vermehrt Insulin aus, um den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen. Langfristig kann diese häufige, starke Insulinausschüttung zu einer gewissen Insulinresistenz führen, d. h. die Körperzellen sprechen weniger empfindlich auf Insulin an.

Enzymatische Anpassungen: Der Körper stellt viele Verdauungsenzyme bereit, um Stärke und andere Kohlenhydrate aufzuspalten. Enzyme wie Amylase im Speichel und im Dünndarm werden in ausreichenden Mengen produziert, um diese Zucker schnell aufzuspalten.

Darmflora (Mikrobiom): Die Darmbakterien passen sich an das Angebot von leicht fermentierbaren Kohlenhydraten an. Überwiegen Zucker und Stärke, fördern sie Bakterienstämme, die diese Makronährstoffe effektiv verwerten. Dies kann zu einem bestimmten Mikrobiom-Profil führen, das tendenziell Entzündungsreaktionen begünstigen und die Darmgesundheit beeinflussen kann. Häufig wird zudem weniger unverdauliche Ballaststoffe aufgenommen, was die Diversität der Darmflora einschränkt.

Umstellung auf eine ballaststoffreiche, eiweißreiche und fettreiche Fütterung:


Metabolische Veränderungen:


Reduzierte Insulinausschüttung:
Durch den geringeren Anteil an schnell verfügbaren Kohlenhydraten bleibt der Blutzuckerspiegel stabiler. Der Körper schüttet weniger Insulin aus, was langfristig die Insulinsensitivität verbessern kann.

Vermehrte Fettverbrennung und Ketonkörperbildung:

Wird der Kohlenhydratanteil stark gesenkt, beginnt der Körper, vermehrt Fette als Energiequelle heranzuziehen. In einigen Fällen, etwa bei einer sehr kohlenhydratarmen Kost (z.B. ketogene Ernährung), bildet der Körper vermehrt Ketonkörper, um besonders Gehirn und Organe auch ohne hohe Glukosezufuhr mit Energie zu versorgen. Dies führt häufig zu einem stabilen Energiefluss, weniger Heißhungerattacken und konstanteren Energielevels über den Tag.

Veränderungen im Mikrobiom:
Mehr Ballaststoffe, mehr Darmdiversität: Eine erhöhte Ballaststoffzufuhr, vor allem durch Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, fördert das Wachstum nützlicher Darmbakterien. Diese produzieren aus den Ballaststoffen kurzkettige Fettsäuren (z. B. Butyrat), die entzündungshemmend wirken und die Darmbarriere stärken.

Langfristige „Umerziehung“ des Darms:
Das Mikrobiom passt sich allmählich an die neue Kost an. Anfangs kann es zu Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, einem veränderten Kotabsatz und auch Durchfall kommen, da der Darm erst erst wieder lernen muss, die neue Ballaststoffmenge zu verarbeiten. Nach einer Anpassungsphase kann der Darm jedoch effizienter arbeiten, die Darmgesundheit verbessert sich und Unverträglichkeiten oder Irritationen können sich reduzieren.

Enzymatische und hormonelle Anpassungen:

Erhöhte Produktion von Lipasen und Proteasen. Der Organismus wird verstärkt Enzyme bilden, die Fette (Lipasen) und Proteine (Proteasen) aufspalten. Dadurch kann er nach einiger Zeit effizienter mit diesen Makronährstoffen umgehen.

Hormonelle Sättigungsregulation:

Proteine und gesunde Fette wirken oft nachhaltiger auf das Sättigungsgefühl. Hormone wie Leptin, Ghrelin und Peptid YY werden positiv beeinflusst. Dies bedeutet länger anhaltende Sättigung, weniger Heißhunger und oft eine bessere Gewichtskontrolle.

Kurzfristige Umstellungsphänomene:
„Low-Carb-Grippe“ oder „Keto-Grippe“: Einige Hunde fühlen sich in den ersten Tagen oder Wochen der Umstellung müde oder abgeschlagen, fressen manchmal nicht mehr mit Appetit. Denn der Organismus ist es noch nicht gewohnt, wieder Fett statt Kohlenhydrate zur Energiegewinnung zu nutzen. Diese Phase geht in der Regel schnell vorüber.

Verdauungsumstellung:
Mehr Ballaststoffe können zunächst zu erhöhter Gasbildung führen, bis sich das Mikrobiom angepasst hat. Auch kann sich der Stuhl zunächst verändern (weichere oder festere Konsistenz, häufigere oder seltenere Darmentleerungen, Durchfall), bis sich eine neue Balance eingestellt hat.

Langfristige Effekte der Umstellung auf eine artgerechte Ernährung des Hundes

Bei einer erfolgreichen Umstellung auf eine artgerechte protein- und fettreiche Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen werden Stoffwechsel und Verdauung optimierter arbeiten. Das Risiko für Blutzuckerschwankungen und damit verbundene Energieeinbrüche sowie das Krebsrisiko sinken. Eine höhere Aufnahme von Ballaststoffen und eine günstig veränderte Darmflora können langfristig die Darmgesundheit, das Immunsystem und das allgemeine Wohlbefinden verbessern. Insgesamt kann dies zu gesteigerter Leistungsfähigkeit, weniger Krankheiten und einem längeren Leben führen.

FAQ: Futterumstellung auf TrockenBARF

Ist Durchfall nach einer Futterumstellung normal?

Ja, leichte Verdauungsprobleme sind in den ersten Tagen möglich. Der Darm braucht Zeit, sich an die neue Nahrung zu gewöhnen.

Wie lange dauert die Eingewöhnung auf TrockenBARF?

In der Regel 7 bis 14 Tage. Wichtig ist eine langsame Umstellung, bei der das alte Futter schrittweise reduziert und TrockenBARF erhöht wird.

Was tun, wenn mein Hund erbricht?

Einmaliges Erbrechen kann harmlos sein. Hält es an oder tritt zusammen mit Durchfall, Appetitlosigkeit oder Schwäche auf, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Wie kann ich die Verdauung bei der Umstellung unterstützen?

Kleine Portionen, eingeweichtes TrockenBARF und zusätzliche Flüssigkeit entlasten den Magen-Darm-Trakt. Schonende Kräuter wie Fenchel oder Kamille können helfen.

Wann sollte ich bei Durchfall zum Tierarzt gehen?

Wenn Durchfall länger als 2 Tage anhält, Blut im Kot ist oder der Hund stark geschwächt wirkt, ist ein Tierarztbesuch dringend erforderlich.

Ist TrockenBARF generell verträglich?

Ja, Naturalis TrockenBARF wird schonend hergestellt, ist frei von Zusätzen und leicht verdaulich. Nach der Eingewöhnungsphase vertragen es die meisten Hunde sehr gut.