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18.10.24

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Ernährungsbedingte Krankheiten bei Hunden

Ernährungsbedingte Erkrankungen bei Hunden: Ursachen, Risiken und Prävention

Die Ernährung von Hunden ist besonders wichtig für ihre Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Eine falsche oder unzureichende Ernährung kann zu ernährungsbedingten Krankheiten führen, die die Lebensdauer und das Wohlbefinden des Hundes erheblich beeinträchtigen können. In den letzten Jahrzehnten hat sich die industrielle Produktion von Hundefutter stark verbreitet, was jedoch häufig zu einer Verschlechterung der Futterqualität geführt hat. Wir erläutern hier die häufigsten ernährungsbedingten Erkrankungen bei Hunden, die Ursachen dafür und die negativen Auswirkungen von Getreide, Füllstoffen, Konservierungsstoffen sowie künstlichen Vitaminen und Mineralien. Wir geben Tips, wie eine optimale Ernährung des Hundes umgesetzt werden kann, um solchen Krankheiten vorzubeugen.


1. Häufige ernährungsbedingte Erkrankungen bei Hunden

1.1 Allergien und Unverträglichkeiten

Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten sind eines der häufigsten Probleme, die durch falsche Ernährung verursacht werden. Häufige Symptome sind Hautausschläge, Juckreiz, Ohrenentzündungen, Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Erbrechen und sogar Verhaltensänderungen. Viele dieser Probleme entstehen durch minderwertige Inhaltsstoffe im Hundefutter, insbesondere durch den Einsatz von Getreide und künstlichen Zusatzstoffen.

1.2 Fettleibigkeit (Adipositas)

Übergewicht ist ein wachsendes Problem bei Hunden und steht oft im Zusammenhang mit einer kohlenhydratreichen Ernährung. Viele handelsübliche Hundefutterprodukte enthalten einen hohen Anteil an Getreide oder anderen Füllstoffen, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen und den Hund schneller wieder hungrig machen. Dies führt zu übermäßigem Futterkonsum, wodurch Übergewicht gefördert wird. Fettleibigkeit kann schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme und Gelenkprobleme verursachen.

1.3 Verdauungsprobleme

Ein schlechter oder minderwertiger Futterzusatz kann auch zu verschiedenen Verdauungsproblemen führen, wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Viele Hunde haben Schwierigkeiten, Getreide und Füllstoffe richtig zu verdauen, was zu einer schlechten Nährstoffaufnahme und einer Überlastung des Verdauungstrakts führt.

1.4 Zahn- und Zahnfleischprobleme

Auch Zahnerkrankungen sind häufig ernährungsbedingt. Viele kommerzielle Futtersorten enthalten Zucker oder andere Kohlenhydrate, die sich negativ auf die Zahngesundheit auswirken können. Plaque und Zahnsteinbildung werden gefördert, was langfristig zu Parodontitis und Zahnverlust führen kann.

1.5 Diabetes

Wie beim Menschen kann eine unausgewogene Ernährung, die zu Übergewicht führt, Diabetes bei Hunden auslösen. Insbesondere eine Ernährung mit einem hohen Anteil an einfachen Kohlenhydraten und Zucker kann das Risiko für diese Krankheit erhöhen.

1.6 Gelenkprobleme und Entzündungen

Ernährungsbedingte Entzündungen, die durch Getreide und künstliche Zusatzstoffe verstärkt werden, können Gelenkprobleme wie Arthrose fördern. Ein unausgewogenes Verhältnis von Vitaminen und Mineralien kann zudem die Gelenkgesundheit beeinträchtigen.


2. Negative Auswirkungen von Getreide im Hundefutter

2.1 Getreide als Füllstoff und Energielieferant

Getreide ist eine der häufigsten Zutaten in kommerziellen Hundefuttern. Es wird oft als billige Energiequelle verwendet, da es reich an Kohlenhydraten ist und das Futtervolumen erhöht. Allerdings sind Hunde in erster Linie Fleischfresser, und ihr Verdauungssystem ist nicht optimal auf die Verwertung von Getreide ausgelegt. Insbesondere Gluten, das in vielen Getreidesorten enthalten ist, kann bei Hunden zu Unverträglichkeiten führen. Getreide erhöht auch das Risiko von Entzündungen im Körper und kann langfristig gesundheitliche Probleme verursachen.

2.2 Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel

Ein weiterer Nachteil von Getreide ist seine Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel. Getreide wird schnell in Zucker umgewandelt, was zu einem rapiden Anstieg des Blutzuckers führt. Dies kann auf Dauer zu Insulinresistenz und schließlich zu Diabetes führen. Hunde, die regelmäßig getreidehaltiges Futter bekommen, haben ein höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken.

2.3 Allergien und Unverträglichkeiten

Viele Hunde entwickeln Unverträglichkeiten gegen bestimmte Getreidesorten, insbesondere Weizen, Mais und Soja. Diese Unverträglichkeiten äußern sich oft in Form von Hautausschlägen, Verdauungsproblemen und chronischen Entzündungen. Besonders Gluten, das in Weizen enthalten ist, ist ein häufiger Auslöser von allergischen Reaktionen bei Hunden.


3. Füllstoffe im Hundefutter: Ein Problem für die Gesundheit

3.1 Was sind Füllstoffe?

Füllstoffe sind Zutaten, die dem Hundefutter hinzugefügt werden, um das Volumen zu erhöhen, ohne nennenswerte Nährstoffe beizutragen. Typische Füllstoffe sind Mais, Soja, Weizenkleie und Reis. Sie sind billig und helfen den Herstellern, die Produktionskosten zu senken, haben aber nur geringen oder gar keinen Nährwert für den Hund.

3.2 Negative Auswirkungen von Füllstoffen

Füllstoffe können Verdauungsprobleme, Nährstoffmängel und Übergewicht verursachen. Da sie oft schwer verdaulich sind, belasten sie den Verdauungstrakt des Hundes. Zudem tragen sie nicht zur Versorgung mit essenziellen Nährstoffen bei und können langfristig zu Mangelerscheinungen führen. Diese Mängel können sich in einer geschwächten Immunfunktion, schlechtem Fellzustand und geringer Vitalität äußern.

3.3 Füllstoffe und das Risiko von Adipositas

Da Füllstoffe keinen echten Nährwert haben, machen sie den Hund nicht langfristig satt, was dazu führt, dass der Hund mehr Futter benötigt, um sich gesättigt zu fühlen. Dies kann zu einer übermäßigen Kalorienaufnahme und letztlich zu Übergewicht führen.


4. Konservierungsstoffe und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit

4.1 Arten von Konservierungsstoffen im Hundefutter

Um die Haltbarkeit von kommerziellem Hundefutter zu verlängern, setzen viele Hersteller chemische Konservierungsstoffe ein. Dazu gehören BHA (Butylhydroxyanisol), BHT (Butylhydroxytoluol) und Ethoxyquin. Diese chemischen Zusätze verhindern, dass Fette ranzig werden und die Qualität des Futters über einen längeren Zeitraum erhalten bleibt.

4.2 Gesundheitsrisiken durch chemische Konservierungsstoffe

Studien haben gezeigt, dass einige dieser Konservierungsstoffe krebserregend sein können. Insbesondere BHA und BHT stehen im Verdacht, die Leber- und Nierenfunktion zu beeinträchtigen und das Risiko für Tumore zu erhöhen. Ethoxyquin, das in der Vergangenheit häufig als Konservierungsmittel in Tiernahrung verwendet wurde, ist mittlerweile aufgrund seiner potenziellen Toxizität in vielen Ländern stark reguliert.

4.3 Natürliche Konservierungsstoffe als Alternative

Es gibt natürliche Alternativen zu chemischen Konservierungsstoffen, wie zum Beispiel Vitamin E (Tocopherole) und Rosmarinextrakt. Diese Stoffe sind weniger schädlich für die Gesundheit des Hundes, haben aber eine geringere Haltbarkeitswirkung. Daher ist es wichtig, beim Kauf von Hundefutter auf natürliche Konservierungsstoffe zu achten und das Futter frisch zu halten.


5. Künstliche Vitamine und Mineralien: Mehr Schaden als Nutzen?

5.1 Warum werden künstliche Vitamine und Mineralien zugesetzt?

Viele Hundefutterhersteller setzen künstliche Vitamine und Mineralien zu, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Dies ist notwendig, weil die meisten kommerziellen Futtermittel aufgrund der industriellen Verarbeitung ihre natürlichen Nährstoffe verlieren. Durch das Erhitzen und Extrudieren gehen wichtige Vitamine und Mineralien verloren, die dann künstlich wieder hinzugefügt werden müssen.

5.2 Risiken durch synthetische Nährstoffe

Künstliche Vitamine und Mineralien können jedoch schwerer verdaulich sein als ihre natürlichen Pendants und sogar zu einer Überdosierung führen. Eine Überdosierung von fettlöslichen Vitaminen wie A, D und E kann toxisch wirken und die Leber, Nieren und Knochen schädigen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass künstliche Vitamine weniger effektiv vom Körper aufgenommen werden und ihre Bioverfügbarkeit geringer ist.

5.3 Die Bedeutung natürlicher Nährstoffe

Natürliche Vitamine und Mineralien, die in unverarbeiteten Zutaten wie frischem Fleisch, Gemüse und Obst vorkommen, sind für Hunde besser verwertbar. Sie werden leichter aufgenommen und in den Stoffwechselprozessen des Körpers genutzt, ohne das Risiko von Überdosierungen oder toxischen Wirkungen.


6. Die optimale Ernährung zur Vermeidung ernährungsbedingter Krankheiten

6.1 Die Vorteile einer artgerechten Ernährung

Um ernährungsbedingte Krankheiten zu vermeiden, sollte der Hund artgerecht ernährt werden. Dies bedeutet eine Ernährung, die dem natürlichen Fressverhalten und den physiologischen Bedürfnissen des Hundes entspricht. Hunde sind Nachkommen von Wölfen und als solche Fleischfresser. Ihre Ernährung sollte daher überwiegend aus tierischen Proteinen bestehen, ergänzt durch geringe Mengen an Gemüse, Obst und Kräutern.

6.2 Rohfütterung (BARF)

Eine immer beliebter werdende Form der artgerechten Ernährung ist die Rohfütterung, auch bekannt als BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter). BARF basiert auf dem Prinzip, dass Hunde rohes Fleisch, Knochen, Innereien sowie pflanzliche Komponenten erhalten, die möglichst unverarbeitet sind. Diese Form der Ernährung bietet den Vorteil, dass der Hund natürliche Nährstoffe in ihrer ursprünglichen Form erhält, ohne dass sie durch industrielle Verarbeitung zerstört werden. Trockenbarf ist eine einfach zu handhabende BARF-Lösung, besonders wenn es schonend luftgetrocknet wird, 100% der Inhaltsstoffe deklariert sind und es als Alleinfuttermittel ausgewiesen wird.

6.3 Hochwertiges Nassfutter

Wenn eine Rohfütterung aus praktischen oder gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, sollte zumindest auf hochwertiges Nassfutter zurückgegriffen werden. Nassfutter enthält in der Regel einen höheren Fleischanteil und ist weniger stark verarbeitet als Trockenfutter. Der Fleischanteil (kein Fleischmehl und tierische Nebenerzeugnisse) sollte mindesten 70% des Gesamtgewichtes ausmachen. Nassfutter enthält auch mehr Feuchtigkeit, was die Nierenfunktion des Hundes unterstützt und das Risiko von Harnwegsproblemen reduziert.

6.4 Worauf beim Kauf von Hundefutter zu achten ist

Beim Kauf von Hundefutter sollten folgende Kriterien beachtet werden:

  • Hoher Fleischanteil: Das Futter sollte überwiegend aus tierischen Proteinen bestehen und einen hohen Fleischanteil aufweisen.
  • Keine Füllstoffe: Futter mit einem hohen Anteil an Getreide, Soja oder anderen Füllstoffen sollte vermieden werden.
  • Natürliche Zutaten: Achten Sie darauf, dass das Futter natürliche Vitamine und Mineralien enthält, statt künstlich zugesetzte Nährstoffe.
  • Verzicht auf chemische Konservierungsstoffe: Bevorzugen Sie Futter, das mit natürlichen Konservierungsstoffen wie Tocopherolen oder Rosmarinextrakt konserviert wird.
  • Transparenz der Inhaltsstoffe: Wählen Sie Marken, die transparent über ihre Zutaten informieren und keine undeutlichen Bezeichnungen wie „tierische Nebenerzeugnisse“ verwenden.

7. Fazit. Gutes Futter für einen gesunden Hund sehr wichtig 

Ernährungsbedingte Erkrankungen bei Hunden sind oft die Folge von minderwertigem Futter, das Getreide, Füllstoffe, chemische Konservierungsstoffe sowie künstliche Vitamine und Mineralien enthält. Solche Inhaltsstoffe können Allergien, Verdauungsprobleme, Übergewicht, Diabetes und andere ernste Gesundheitsprobleme verursachen. Um diese Risiken zu minimieren, sollte der Hund artgerecht und ausgewogen gefüttert werden. Eine Ernährung, die sich an natürlichen und unverarbeiteten Zutaten orientiert, wie zum Beispiel durch Rohfütterung oder hochwertiges Nassfutter, ist der beste Weg, um die Gesundheit des Hundes zu fördern und ernährungsbedingte Krankheiten zu vermeiden.

Die Auswahl eines guten Hundefutters erfordert Aufmerksamkeit und Wissen, doch die langfristigen Vorteile für die Gesundheit des Hundes sind es wert. Indem Sie auf die Qualität und Herkunft der Zutaten achten, können Sie sicherstellen, dass Ihr Hund ein langes, gesundes und glückliches Leben führt.

FAQ: Ernährungsbedingte Krankheiten bei Hunden

Welche Krankheiten hängen häufig mit der Ernährung zusammen?

Typisch sind Übergewicht/Adipositas, Verdauungsprobleme, Pankreatitis, Harnsteine, Zahnerkrankungen sowie Haut- und Fellprobleme durch Unverträglichkeiten oder Mangelversorgung.

Woran erkenne ich, dass das Futter meinem Hund nicht bekommt?

Warnzeichen sind wiederkehrender Durchfall, Blähungen, Erbrechen, Juckreiz, schuppige Haut, stumpfes Fell, Gewichtszu- oder -abnahme und auffälliger Kotgeruch/-konsistenz.

Wie beugt die richtige Fütterung Übergewicht und Pankreatitis vor?

Bedarfsgerechte Portionen, eine klare Futterroutine, wenig Fett- und Zuckerfallen (Tischreste, Snacks) und hochwertige, natürliche Zutaten senken das Risiko deutlich.

Hilft die Futterqualität bei Haut- und Magen-Darm-Problemen?

Ja. Monoprotein-Rezepturen ohne unnötige Zusätze sind oft besser verträglich. Naturalis TrockenBARF ist schonend getrocknet, nährstoffreich und kann sensible Hunde entlasten.

Welche Rolle spielen Mineralstoff- und Vitaminbalance?

Ein ausgewogenes Verhältnis beugt Mangel- oder Überversorgungen vor, die z. B. Knochen-, Zahn- oder Hautprobleme begünstigen können. Alleinfutter erleichtert die bedarfsgerechte Versorgung.

Wann sollte ich zum Tierarzt gehen?

Bei anhaltenden Symptomen (>48 h), Blut im Kot/Erbrechen, starkem Gewichtsverlust, Schmerzen oder Verdacht auf Pankreatitis/Harnsteine ist tierärztliche Abklärung dringend nötig.